Behandlung in Dämmerschlaf oder Allgemeinnarkose

Implantatbehandlungen werden in der Regel völlig schmerzfrei in Lokalanästhesie durchgeführt.

Für Patienten mit emotionalen Vorbehalten gegenüber operativen Eingriffen im Mundhöhlenbereich empfehlen wir jedoch unterstützende Maßnahmen wie sedierende Prämedikation, Dämmerschlaf oder eine Allgemeinnarkose. Insbesondere bei Operationszeiten von mehr als 45-60 Minuten Dauer kann eine Allgemeinnarkose für Patienten und Behandler außerordentlich hilfreich sein. Derartige Operationen erfolgen stets ambulant. Ein Krankenhausaufenthalt wird in der Regel auch bei sehr umfangreichen Rehabilitationsmaßnahmen mit Implantation und Knochenaufbauplastik („Augmentation“) nur in Ausnahmefällen erforderlich.

Besonders die komplexen und lang andauernden operativen Maßnahmen stellen für den Patienten eine erhebliche physische und psychische Belastung dar. Die Lokalanästhesie wird in diesen Fällen häufig durch eine Sedierung (Dämmerschlaf) ergänzt. Bisweilen ist aber auch die Sedierung nicht in der Lage, für jede Phase der Operation eine adäquate Stressabschirmung sicherzustellen. Um die insbesondere mit Stressreaktionen verbundenen Risiken zu minimieren und um Ihnen zugleich den bestmöglichen Komfort bieten zu können, werden wir Ihnen in diesen Fällen empfehlen, dass Ihr Eingriff in Narkose durchgeführt wird.

Im Unterschied zu einer lokalen Betäubung mit oder ohne Sedierung wird durch die Narkose nicht nur die Schmerzwahrnehmung ausgeschaltet, sondern es werden zusätzlich auch die bewussten und unbewussten – vegetativen – Stressreaktionen des Organismus unterdrückt. Während der gesamten Operation werden der Kreislauf, die Herz- und die Atemfunktion kontinuierlich überwacht und der Körper durch die Beatmung mit einem Überschuss an Sauerstoffversorgt.

Dadurch sind narkosebedingte Komplikationen in heutiger Zeit extrem selten. So ist es bei Beobachtung der individuellen Risikofaktoren mit den modernen Anästhesieverfahren heute problemlos möglich, auch über mehrere Stunden andauernde Operationen ambulant durchzuführen. Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen werden werden nur noch selten beobachtet. Ihnen kann wirksam vorgebeugt werden, und sie sind in aller Regel gut zu behandeln.

Im Implantat-Centrum Osnabrück werden Sie durch unseren Anästhesisten Dr. med. Stephan Pilatus betreut. Dr. Pilatus ist seit mehr als 20 Jahren Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Nach langjähriger Tätigkeit als Oberarzt am Institut für Anästhesiologie des Klinikums Osnabrück hat er 2005 die ärztliche Leitung des neu eingerichteten ambulanten OP-Zentrums am Klinikum übernommen. In den OP-Sälen des Zentrums werden derzeit jährlich ca. 4000 Narkosen für alle operativen Fachrichtungen der Klinik durchgeführt.